SEO: 4 Maßnahmen, die Redakteure kennen müssen (und ein Bonus-Tipp)

Durch eine Handvoll SEO-Maßnahmen können Redakteure ihre Webseiten für Nutzer sichtbarer machen. Dazu gehören: (1) Keywords / Schlüsselbegriffe effektiv zu platzieren (2) Fotos mit Meta-Daten zu verknüpfen (3 + 4) internen und externen Linkaufbau zu betreiben und (5) eine gelungene Seitenbeschreibung zu verfassen.

Vier SEO-Maßnahmen, die Redakteure kennen müssen.
cc George Eastman House Collection

SEO-MASSNAHME 1: KEYWORDS RICHTIG PLATZIEREN

Müssen Keywords unbedingt in der Überschrift stehen?

Redakteure arbeiten immer innerhalb des Rahmens, den ihr Content Management System (CMS) ihnen steckt. Deshalb sollte ein Redakteur zunächst den Webmaster ansprechen. Der kann erklären, wie das CMS eingestellt ist: ob es zum Beispiel notwendig ist, Keywords (Schlüsselbegriffe) unbedingt in der Überschrift zu platzieren.

Viele Redaktionen – wie dw.de – gehen diesen Weg (Abb. 1). Ein Blick in den Seitenquelltext zeigt, dass die journalistische Überschrift der Headline 1 (H1) entspricht, der wichtigsten Überschrift für Google. Diese H1-Überschrift muss die Keywords enthalten (Abb. 2).

Das stellt bei nachrichtlichen, sachlichen Überschriften in der Regel kein Problem dar, schränkt aber die Möglichkeiten ein, Überschriften feuilletonistischer zu formulieren.

Um Redakteuren mehr Freiraum beim Schreiben von Überschriften einzuräumen, stellen manche Redaktionen das Redaktionssystem (CMS) anders ein: dass nämlich nicht die Überschrift der H1 im Seitenquelltext entspricht, sondern zum Beispiel die Dachzeile oder eine sogenannte Brotkrumen-Navigation. Das ist der Weg, den spiegel.de gewählt hat (Abb. 3).

Das macht es Redakteuren möglich, Überschriften zu schreiben, die neugierig machen und mit Sprachbildern arbeiten können – eben weil sie keine Keywords enthalten müssen.

Fazit: Ob Keywords in einer journalistischen Überschrift stehen müssen, hängt davon ab, wie das CMS eingestellt ist. Entspricht die H1, die für Google wichtigste Überschrift, der journalistischen Überschrift, lautet die Antwort: ja, unbedingt. Entspricht die H1 nicht der Schlagzeile (wie bei spiegel.de), dann: nicht unbedingt.

Wo müssen Keywords noch platziert werden?

Redakteure sollten Keywords noch an folgenden Stellen unterbringen (Abb. 4):

– im Vorspann

– im Text (natürlich)

– in Zwischenüberschriften

– in der URL und im Browsertitel (Meist generiert das CMS die URL und den Browsertitel aus der H1.)

– im Ankertext von internen und externen Links

Diese Schlüsselbegriffe sind auch für Nutzer sichtbar, weil sie auf der Webseite erscheinen. Meta-Keywords, also Schlüsselbegriffe, die manuell in das CMS eingegeben werden und für Nutzer unsichtbar sind, spielen seit Jahren keine Rolle mehr. Allerdings haben Verlage seit etwa zwei Jahren die Möglichkeit, im CMS sogenannte News-Keywords zu verwenden. Sie sollen Google News helfen, einen Beitrag thematisch schneller einordnen zu können. Deshalb sollten sich Redakteure in dieser Frage an ihren Webmaster wenden.

SEO-MASSNAHME 2: FOTOS MIT META-DATEN VERKNÜPFEN

Suchmaschinen können keine Fotos erkennen. Aber sie können die Texte auswerten, die mit Fotos verknüpft sind. Deshalb sollten diese Texte auch die relevanten Keywords enthalten (Abb. 5). Zu diesen Texten gehören

– die Bildunterschrift

– der Alt-Text und

– der Datei-Name des Bildes (Der Datei-Name kann nicht in allen Fällen geändert werden. Auch hier hilft der Webmaster weiter.).

SEO-MASSNAHME 3: INTERNE LINKS SETZEN

Ebenfalls zur sogenannten Onpage-Optimierung gehören die internen Links, die auf weitere Artikel mit ähnlichen Inhalten im gesamten Webseitenangebot des Portals verweisen.

Warum ist es wichtig, interne Links zu setzen?

Google weist jedem Webseitenangebot eine Kompetenz zu, die sich aus den Themen der veröffentlichten Texte ergibt. So hält Google brigitte.de für kompetent in den Themen Mode, Kosmetik, Frauen, Reisen. Spiegel.de, welt.de und sueddeutsche.de punkten in Googles Verständnis mit Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und vermischten Themen.

Die Verlinkung einer neu erschienen Seite mit thematisch verwandten Seiten hilft Google zu erkennen: Diese neue Seite hat eine Relevanz im Webseitenangebot des Portals, sie reiht sich in das Themenspektrum ein, für das das Portal Kompetenz hat.

Das trägt mit dazu bei, dass Google dieser neuen Seite einen höheren Rang in den Suchergebnissen einräumt.

SEO-MASSNAHME 4: EXTERNE LINKS SETZEN

Links sind Empfehlungen. Sie bedeuten: Schau Dir das an, das ist interessant. Wenn also Links von anderen Internetportalen auf einen neuen Text von uns verweisen, dann sieht auch Google das als Empfehlung an. Dabei hat nicht jeder Link die gleiche Bedeutung für Google: Links von bedeutenden oder etablierten Institutionen haben zum Beispiel mehr Kraft – oder „Link Juice“ – als der Link eines neu gestarteten Bloggers. Für die USA heißt das: Links von Regierungsstellen (mit der Domain-Endung .gov) oder von Weiterbildungsanstalten (.edu) haben besonders viel Kraft. Linkaufbau, also Empfehlungen von externen Webseiten zu bekommen, gehört zu den wesentlichen Bausteinen der sogenannten Off-Page-Optimierung.

Wie kommen Redakteure an externe Links?

Durch guten Inhalt.

Das beste Mittel, Nutzer auf eine Webseite zu locken, sind gut geschriebene journalistische Texte, die für die Leser und Nutzer relevant sind. Oder wie Google sagt: Create good / valuable content. Dann werden Nutzer die Texte und Webseiten auch weiterempfehlen, sprich: verlinken.

Eine weitere Möglichkeit, die ich nicht empfehle, sind künstlich erzeugte Links, die durch Linktausch oder -kauf zustande kommen. Suchmaschinen sind mittlerweile recht gut darin, solche Links zu erkennen und abzuwerten. Zudem sind Redakteure allein – ohne Hilfe des Webmasters – oft nicht in der Lage, dies überhaupt zu tun.

Was ein Redakteur allerdings leicht tun kann ist, seine Texte in den Sozialen Netzwerken zu bewerben: zum Beispiel von Facebook, Twitter, etc. auf seine neue Webseite hinzuweisen und zu verlinken. Dort mit der Zielgruppe ins Gespräch zu kommen, ist auch insofern sinnvoll, als der deutsche Durchschnittsnutzer etwa 23 Prozent seiner Online-Zeit in Sozialen Netzwerken verbringt, aber nur 1,8 Prozent mit dem Lesen von Nachrichten.

MASSNAHME 5: EINE GELUNGENE META-DESCRIPTION (SEITENBESCHREIBUNG)

Die Meta-Description oder Seitenbeschreibung hat keine Auswirkung mehr auf die Optimierung einer Webseite für Google. Trotzdem kann sie Nutzer verleiten, sich von einer Google-Suchergebnisseite auf die redaktionelle Webseite zu klicken – und damit für mehr Traffic sorgen.

Die Seitenbeschreibung ist der graue Text, der auf einer Suchergebnisseite unter dem blauen Seitentitel und der grünen URL steht (Abb. 6). Sie sollte den Inhalt der Webseite gut zusammenfassen und dem Nutzer ein Gefühl dafür geben, was ihn nach dem Klick erwartet. Deshalb ist es wichtig, in der Seitenbeschreibung auch die für die Seite relevanten Keywords zu platzieren.

Eine Seitenbeschreibung sollte zwischen 140 und 155 Anschlägen lang sein. (Eigentlich zählt hier nicht die Anzahl der Anschläge, sondern die Breite der Buchstaben; doch die Zahlen sind ein guter Richtwert). Ist die Meta-Description länger, schneidet sie Google auf der Ergebnisseite ab, was in hässliche „…“ – Pünktchen –  mündet. Oder Google sucht sich Text von der Webseite zusammen und strickt sich daraus selbst eine Seitenbeschreibung. Die muss aber nicht der Intention des eigentlichen Autors entsprechen. Deshalb: die Seitenbeschreibung nicht zu lang werden lassen.

Viele Redaktionssysteme sind so eingestellt, dass sie für die Meta-Description den journalistischen Vorspann des Textes verwenden (Abb. 7). Der ist aber meist länger als 155 Anschläge. In diesen Fällen sollten die Redakteure wiederum den Webmaster fragen, wie sie damit umgehen können.

Abb. 1

Die Redaktionssysteme vieler Redaktionen erfordern Keywords in der tragenden Überschrift.
Das Redaktionssystem der Deutschen Welle ist so eingestellt, dass die journalistische Überschrift – hier: „Mehr als 3000 Europäer …“ –  der H1 entspricht, der stärksten Headline für Google. Deshalb müssen die Überschriften von dw.de auch die Keywords enthalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 2

SEO: Der Seitenquelltext gibt Auschluss über die H1, die wichtigste Überschrift für Google.
SEO: Der Seitenquelltext gibt Auschluss über die H1, die wichtigste Überschrift für Google. Sie entspricht bei der Deutschen Welle der tragenden journalistischen Überschrift auf der Webseite.

 

Abb. 3

SEO-SPON-Brotkrumen
Bei spiegel.de hingegen entspricht die H1 der Brotkrumen-Navigation unterhalb der Leiste mit den Ressorts. Das gibt den Redakteuren mehr Freiheit bem Formulieren der Überschrift, da sie nicht mehr unbedingt Keywords enthalten muss.

Abb. 4

SEO: Dieses Bild zeigt, wo Keywords überall platzierten werden sollten.
Das Beispiel von brigitte.de zeigt, wo Redakteure außer der Überschrift Keywords sinnvoll unterbringen sollten: im Vorspann, im Fließtext, in Zwischentiteln und im Ankertext von internen und externen Links.

Abb. 5

SEO-Foto-Metadaten
Google kann keine Fotos auslesen, wohl aber die Texte, die mit ihnen verknüpft worden sind. Das sind mindestens drei. Und die sollten die Keywords enthalten.

 

Abb. 6

Die Meta-Description oder Seitenbeschreibung erscheint im Google-Suchergebnis. Sie fasst den Seiteninhalt zusammen und ist nicht länger als 155 Anschläge.
Die Meta-Description oder Seitenbeschreibung erscheint im Google-Suchergebnis. Sie fasst den Seiteninhalt zusammen und sollte nicht länger als 155 Anschläge sein. Sie hat keine Auswirkung bei der Optimierung für Suchmaschinen, kann aber trotzdem Leser anlocken.

 

Abb. 7

SEO: Viele CMS ziehen die Meta-Description aus dem Vorspann einer journalistischen Seite.
Bei der Deutschen Welle generiert das CMS die Seitenbeschreibung aus dem journalistischen Vorspann. Deshalb ist die Seitenbeschreibung meist länger als 155 Anschläge und wird von Google abgeschnitten.

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