Digitales Storytelling (1): Erzählformate

Digitales Storytelling: Der Journalist Bernhard Lill stellt unterschiedliche Arten vor, Geschichten multimedial zu erzählen.
Foto: cc vv@ldzen|, license: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Die Scroll-Reportage, das multimediale Dossier, das interaktive Interview, die animierte Grafik, die Audio-Slideshow: Im Netz haben Journalisten viele Möglichkeiten, Geschichten auf neue Art und mit neuen Werkzeugen zu erzählen. In diesem ersten Teil meines Überblicks geht es zunächst um die neuen Erzählformate des Digitalen Storytellings. Im folgenden, zweiten Teil werde ich Tools, Apps und Software vorstellen, die Digitales Storytelling ermöglichen.

1. Digitales Storytelling: Erzählformate

Im Print-Journalismus stehen die Genres schon lange fest: Nachricht, Reportage, Kommentar, Glosse, etc. sind klar definiert. Eine TV-oder Hörfunk-Reportage mag von ihrem Pendant in einem Magazin oder einer Zeitung medienbedingt abweichen. Doch auch hier ist die Grundlinie dieselbe: Es handelt sich um eine subjektive Erzählform, die dem Leser/ Zuschauer / Zuhörer Menschen oder Orte nahe bringen soll. Der Leser soll das Gefühl haben, alles live mitzuerleben, er soll mitschmecken, mitriechen, mitfühlen.

Anders sieht das im Netz aus: Da kommen Journalisten und Journalismus-Lehrende kaum damit nach, die vielen neu entstandenen und entstehenden Darstellungsformen zu benennen – und vor allem, sich auf Definitionen von Formaten zu einigen. Beispiel: die Multimedia-Reportage. Die Fotografen und Produzenten von 2470media nennen so ihre Audio-Slideshows, wohl weil sie nicht nur aus Fotos sondern auch aus Video-Sequenzen bestehen. Gleichzeitig gibt es andere Journalisten, die auch Snowfall, die genre-prägende Geschichte der New York Times, und die nach diesem Muster entstandenen Scrollytelling-Reportagen „Multimedia-Reportagen“ nennen. Obwohl beide Formate sehr unterschiedlich sind. Ich hoffe, dass mein folgender Artikel mehr Klarheit schafft. Für Anregungen, Kommentare und Verbesserungen bin ich – wie immer – dankbar.

Noch ein Wort zum Begriff „Storytelling“. Er ist zu einem Buzzword im Journalismus, aber auch in der PR und sogar in der Psychotherapie geworden. Deshalb eine kurze Definition: Storytelling …

• … ist die Kunst, Geschichten so zu erzählen, dass jemand gerne zuhört, weiterliest oder -klickt.

• … beruht auf der Erkenntnis, dass Menschen komplexe Zusammenhänge besser verstehen, wenn sie ihnen als Geschichte präsentiert werden.

• … braucht als Geschichte mindestens einen Handlungsträger, einen Helden. Jens Radü, Leiter des Multimedia-Ressorts beim Spiegel:

Das Multimedia-Feature NSA Files: Decoded, das der Guardian Anfang November veröffentlichte, ist im Ursprung eine klassische Heldengeschichte. Der Held: Edward Snowden, seine Heldentat: Whistleblowing, die Aufdeckung millionenfacher Ausspähung Unschuldiger, seine Odyssee: derzeit gestrandet in Russland. Was für ein Stoff.

(Quelle: www.journalist.de )

• Deshalb kann nach dieser Definition zum Beispiel eine einfache, animierte Grafik nie selbst die Geschichte sein. Sie kann aber Teil einer Multimedia-Reportage oder eines multimedialen Dossiers werden.

 

1.1 Die Audio-Slideshow

Die Audio-Slideshow "Gero, der Obdachlose" von 2470media ist ein Musterbeispiel für das Genre.
Screenshot aus der Audio-Slideshow “Der Obdachlose” von Plutonia Plarre und Jannis Keil. Foto: © Jannis Keil/2470media

Die heutigen Audio-Slideshows haben nichts – wie der Name vermuten lassen könnte – mit den alten Dia-Vorstellungen zu tun, mit denen uns Onkel und Tanten in den Siebziger Jahren langweilten. Noch haben sie Gemeinsamkeiten mit den lieblos aneinandergereihten Fotos von Klickstrecken. Audio-Slideshows – zumindest die guten – sind durchkomponierte Geschichten mit einem Spannungsbogen, die aus Fotos bestehen oder in Verbindung mit Video-Sequenzen produziert worden sind.

In den Vereinigten Staaten hat vor allem Brian Storm dieses Online-Genre mit seiner Agentur MediaStorm populär gemacht – mit einfühlsamen und aufrüttelnden Porträts, wie das über die Junkies, die in New York im neunten Stock eines Hochhauses vor sich hin vegetieren (The Ninth Floor). Oder über den Irak-Krieg-Veteranen James Blake Miller, der von Albträumen geplagt nicht mehr in den amerikanischen Alltag zurückfinden kann (The Marlboro Marine):

To those who serve in the armed forces, what is the aftereffect of war? „The Marlboro Marine“ is photographer Luis Sinco’s portrait of Marine Corporal James Blake Miller, whom he met in Iraq. For Miller, coming home has been its own battle. See the project at http://mediastorm.com/publication/the-marlboro-marine

(Brian Storm, 2007)

In Deutschland erhielt Matthias Eberl im Jahr 2009 den „Reporterpreis – Kategorie Online“ für sein Stück über die Szene-Kneipe X-cess: Außen ein Puff, innen Hölle, das sueddeutsche.de veröffentlichte und das hierzulande zu einer Referenz in Sachen Audio-Slideshow geworden ist.

Maßstäbe hat auch das Berliner Produktionsstudio 2470media gesetzt: Für seine für die taz produzierte Serie berlinfolgen hat das Team den Grimme Online Award gewonnen. In der Reihe stellt das Team in 100 Audioslide-Shows 100 Menschen vor, die in Berlin leben. Inspiriert wurde die Serie von einem ähnlichen Projekt der New York Times: One in 8 Million.

Gemein ist allen diesen Audio-Slideshows, dass sie von großartigen Bildern leben und einer starken Erzählstimme. Meist sind es die Porträtierten selbst, die ihr Leben erzählen. Hier ein Beispiel von 2470media. Gero, der Obdachlose:

 

1.2 Die Multimedia-Reportage

http://www.nytimes.com/projects/2012/snow-fall/#/?part=tunnel-creek
Snowfall: Mit dieser Multimedia-Reportage hat die New York Times Ende 2012 den Scrollytelling-Hype angestoßen.

Seit die New York Times Ende 2012 ihre Multimedia-Reportage Snow Fall: The Avalanche at Tunnel Creek  veröffentlicht hat, ist auch in Deutschland ein regelrechter Hype um diese Darstellungsform entstanden (Mehr Informationen und neuere Beispiele dazu habe ich in meinem Blog-Post Multimediale Erzählformen gesammelt. Eine gute Zusammenfassung bietet auch der Artikel Multimedia-Storytelling von t3n.de). Wahlweise wird die Multimedia-Reportage auch Scrollytelling-Reportage, Longform oder Multimedia-Storytelling genannt. Kennzeichen: Der Anker der Geschichte ist Text, der durch multimediale Elemente bereichert wird. Die Multimedia-Reportage erschließt sich dem Nutzer durchs Scrollen – deshalb auch der Name Scrollytelling, eine Kombination von Storytelling und Scrollen.

Während deutsche Redaktionen noch an Scrollytelling-Reportagen basteln und auf ihren Webseiten veröffentlichen (zum Beispiel die HAZ: Das Ende eines Traums), scheint der Trend andernorts aber schon wieder abzuebben. Die Nutzer haben sich offenbar an den oft langatmigen oppulenten Stücken satt gelesen gesehen. Hauptkritikpunkt: Das liest ja keiner bis zum Ende!

Im Interview mit dem Journalisten Marcus Anhäuser sagt Sascha Venohr, Leiter des Ressorts Datenjournalismus bei Zeit Online, dazu:

Die Leute gehen selektiv vor in diesen Angeboten, der Traum, jedes Element in so einer Geschichte wird aufgegriffen und konsumiert, wird nicht erfüllt, ist vielleicht aber auch zu hoch gegriffen, das als Ziel zu haben.

Vor allem der Traum, dass möglichst viel vom Text gelesen wird, hat sich wohl bei Multimedia-Reportagen nicht erfüllt: Die Nutzer lesen den Text meist an und springen dann von einem klickbaren Multimedia-Element zum nächsten.

Der Journalist und Game-Designer Marcus Bösch beschreibt seine Erfahrung mit dem Text von Snowfall so:

Mein Problem mit diesem kilometerlangen Multimedia-Text der allüberall gepriesen wird (Bsp. Poynter): Hat jemand diesen Text auch gelesen. Ganz? Zum überwiegenden Teil? Ein bisschen? Überhaupt? Ich zumindest nicht. Gar nicht.

(Quelle)

Damit stellt sich die Frage, ob Nutzer überhaupt an einer solch langen, textlastigen Form interessiert sind. Oder ob sich hauptsächlich Journalisten als Produzenten an der Multimedia-Reportage erfreuen.

Eine der ersten Multimedia-Reportagen erschien bereits im Jahr 1997 auf den Webseiten philly.com des Philadelphia Inquirer und hieß Black Hawk Down. Der folgende Screenshot des ersten Kapitels zeigt, dass auch hier Text das grundlegende Kommunikationsmittel war – mit eingestreuten Links. Das war vor 17 Jahren im Netz durchaus normal. Heute aber wirkt das aufgrund der technischen Entwicklung (Smartphones, Tablets) und der damit veränderten Lesegewohnheiten nicht mehr zeitgemäß.

Black Hawk Down: eine der ersten Multimedia-Reportagen.
Black Hawk Down aus dem Jahr 1997 ist eine der ersten Multimedia-Reportagen.

 

1.3 Das multimediale Dossier

Lebrew Jones
Ein frühes multimediales Dossier: „Lebrew Jones and the Death of Micki Hall“ (Screenshot)

Anders als die Multimedia- oder Scrollytelling-Reportage erschließt sich das multimediale Dossier dem Nutzer weniger durchs Scrollen als durchs Klicken. Ein weiterer, wichtiger Unterschied: Die Multimedia-Reportage müssen sich Nutzer – wie die Print-Reportage –von A bis Z aneignen. Sie können sich zwar zwischendurch den multimedialen Elementen widmen. Die Hauptinformation bietet aber der linear erzählte Text.

Das multimediale Dossier hingegen, das der Journalismus-Experte Stefan Heijnk Web-Special nennt, kommt dem Klick- oder Touch-Bedürfnis der Nutzer entgegen. Das Thema wird hier in seinen verschiedenen Aspekten präsentiert. Die Story ist nicht linear aufgebaut. Der Nutzer bestimmt, welchen Elementen der Geschichte er sich zuerst widmet.

Das multimediale Dossier Lebrew Jones and the Death of Micki Hall (Screenshot oben) ist ein frühes und gutes Beispiel, wie ein solches Dossier funktioniert. Darin rollt die New Yorker Journalistin Christine Young den Mordfall an der Prostituierten Micki Hall neu auf, nachdem ihr erhebliche Zweifel an der Schuld des verurteilten Mörders Lebrew Hall gekommen waren.

Nach dem kurzen Intro – das sich auch überspringen lässt – kann der Nutzer bei dieser Umsetzung der Geschichte entscheiden, welchen Faden er zuerst verfolgen möchte: Er kann zunächst die Vorgeschichte des Mordopfers in Erfahrung bringen (My Little Micki) oder die des mutmaßlichen Mörders (Show Your Stuff). Oder er beginnt seine eigene Spurensuche mit der Karte des Tatorts (Crime Scene Map) und den dazugehörigen Polizeiakten. Dabei habe ich die Formulierung „beginnt seine eigene Spurensuche“ bewusst gewählt. Denn der non-lineare Aufbau des multimedialen Dossiers fordert dem Nutzer fortwährend Entscheidungen ab: Womit beginne ich zunächst? Womit fahre ich fort? Durch diese Entscheidungen und die Interaktivität des Dossiers taucht der Nutzer buchstäblich in die Geschichte ein. Er hat ein immersives Erlebnis. Dies ist bei einem multimedialen Dossier wesentlich stärker ausgeprägt als bei einer Print-Reportage, aber nicht ganz so intensiv wie bei einem Web-Documentary (siehe 1.4).

Neuer und technisch beeindruckender präsentiert sich das multimediale Dossier des National Film Board of Canada aus dem Jahr 2010, Out of My Window:

Out of My Window: eine multimediales Dossier des  National Film Board of Canada-
Das multimediale Dossier Out of My Window gilt als Referenzprojekt, an dem sich alle Nachfolger messen müssen.

 

In dieser Geschichte stellen die Autoren weltweit Menschen vor, die in Hochhäusern leben. Dem Nutzer bieten sich auf dem Startbildschirm drei Navigationsmöglichkeiten: Er kann in die Geschichten über eine Weltkarte (1) einsteigen, über die Fensteransichten (2) oder die Gesichter der Bewohner (3).

Out of My Window
Out of My Window: die drei unterschiedlichen Navigationsmenüs.

 

Durch die Zimmer kann sich der Nutzer dann in einem 360-Grad-Panorama-Bild bewegen und bestimmte Elemente anklicken, die entweder Videos oder O-Töne auslösen.

Out Of My Window
Out Of My Window: Alle Wohnungen lassen sich durch ein 360-Grad-Panoramabild erkunden.

 

Weniger spektakulär, aber trotzdem ansprechend und mit Bordmitteln (sprich: WordPress) hergestellt, ist das multimediale Dossier eines Volontärskurses der Hamburger Akademie für Publizistik: Klammburg. Das meiste Hamburg fürs kleinste Geld.

Das Dossier richtet sich an 25- bis 35-jährige Touristen, die Hamburg erkunden und dabei nicht zu viel Geld ausgeben möchten. Es handelt sich dabei um ein Service-Portal mit journalistischem Ansatz. Zu jedem Tipp erzählen die Autoren eine Geschichte: Sei es als Video, Audio-Slideshow, interaktives Bild (siehe auch Apps und Tools im noch folgenden, zweiten Teil des Artikels), interaktive Karte oder Textbeitrag.

Klammburg ist ein multimediales Dossier, das an der Hamburger Akademie für Publizistik entstanden ist.
Das multimediale Dossier „Klammburg“ ist ein Volontärsprojekt der Hamburger Akademie für Publizistik und basiert auf einem WordPress-Blog.

 

1.4 Das Web-Documentary | Newsgames

Das Web-Documentary ähnelt einem Online-Spiel, in dem der Nutzer in die Rolle eines Protagonisten schlüpft, Entscheidungen trifft und den weiteren Verlauf der Geschichte – in mehr oder weniger engen Grenzen – mitbestimmmt. Deshalb wird das Documentary auch Newsgame genannt: wobei News den nachrichtlichen, journalistischen Charakter der Informationen beschreibt und Game die Aufbereitung der Geschichte als immersives Spiel. Diese Darstellungsform richtet sich vor allem an jüngere Nutzer, die sich wahrscheinlich kaum eine längere TV-Produktion über das Schicksal chinesischer Minenarbeiter anschauen würden, aber eher geneigt sind, die Online-Umsetzung selbst durchzuspielen.

Bei den folgenden Beispielen handelt es sich also um journalistische Geschichten, die für das Netz als Web-Documentary oder Newsgame aufbereitet worden sind – mit authentischen Fotos und Video-Sequenzen.

In der Produktion Prison Valley für den Sender Arte stellen die Autoren die US-amerikanische Kleinstadt Cañon City vor, die 16.800 Einwohner hat und von 13 Hochsicherheitsgefängnissen mit 36.000 Insassen umgeben ist. Die ganze Region lebt davon, das Gefängnissystem zu versorgen.

Prison Valley
Prison Valley: ein immersives Web-Documentary oder Newsgame.

 

Der Nutzer kann sich als recherchierender Journalist durch das Newsgame klicken, an ausgewählten Stellen selbst Entscheidungen zu treffen und so immer mehr über das Phänomen Prison Valley erfahren. Im Documentary werden sogar echte Journalisten genannt, die der Nutzer in der realen Welt kontaktieren kann, wenn er noch mehr wissen möchte, als die Web-Dokumentation bietet. Diese Verzahnung von digitaler und analoger Welt ist meines Wissens bisher einzigartig.

Ähnlich funktioniert das Web-Documentary Journey To The End Of Coal, in dem der Nutzer viel über die Ausbeutung chinesischer Minenarbeiter erfährt. Aber: eine falsche Entscheidung, und der Spieler wird von der Volkspolizei geschnappt und aus der Region ausgewiesen. Das Web-Stück ist zuerst bei dem französischen Nachrichtenportal lemonde.fr. erschienen.

Journey to the End of Coal
Die französische Produktion „Journey to the End of Coal“ erschien zuerst auf www.lemonde.fr

 

In gleich drei verschiedene Rollen kann der Nutzer im preisgekrönten Newsgame Inside the Haiti Earthquake schlüpfen: Reporter, NGO-Mitarbeiter, Überlebender. Das Web-Projekt ist unter anderem von der kanadischen Regierung finanziell unterstützt worden: Es beleuchtet den Überlebenskampf der Haitianer nach dem verheerenden Erdbeben von 2010, die Schwierigkeiten, angemessen darüber in den Medien zu berichten, sowie die Unwägbarkeiten, vor die Hilfsorganisationen bei der Verteilung von Lebensmitteln gestellt werden.

Inside the Haiti Earthquake
Im Newsgame „Inside the Haiti Earthquake“ kann der Nutzer die Geschichte aus drei Perspektiven erkunden.

 

Wie auch bei den vorangegangen Web-Dokumentationen kann der Nutzer an ausgewählten Stellen selbst Entscheidungen treffen, die den weiteren Verlauf der Handlung beeinflussen:

Inside the Haiti Earthquake
Inside the Haiti Earthquake: Der Nutzer erfährt hier die Folgen des Erdbebens aus der Opfer-Perspektive. Und muss Entscheidungen treffen. Soll er nach seinem verschütteten Hausstand graben? Oder sich besser vor einem möglichen Nachbeben am Stadtrand in Sicherheit bringen?

 

Bleibt die Frage, ob ein Newsgame auch eine angemessene Darstellungsform ist für eine Katastrophe, bei der mehrere Hundertausend Menschen ums Leben gekommen sind.

Ich habe „Inside the Haiti Earthquake“ in allen drei Varianten durchgespielt und bin überzeugt – ja. Durch das buchstäbliche Eintauchen in die Geschichte und die Entscheidungen, die ich dabei treffen musste, sind Informationen viel besser in meinem Gedächtnis hängen geblieben. Außerdem war immer klar, dass es sich hier um authentisches Film- und Foto-Material handelt, also um eine journalistische Dokumentation des Unglücks, die in einer besonderen, dem Web angemessenen Weise aufbereitet worden ist.

Noch einmal Marcus Bösch – zum journalistischen Aspekt von Newsgames:

Newsgames sind – zumindest meiner Meinung nach – durch und durch journalistisch. Für sie gilt der gleiche Maßstab wie für alle anderen journalistischen Darstellungsformen. Der große Unterschied ist die Interaktivität. Damit eignen sich Newsgames perfekt für den digitalen Kontext, denn wir alle nutzen jeden Tag lauter Ein- und Ausgabegeräte. Und die können eben mehr, als Text, Ton und Bewegtbild darzustellen.

(Quelle: www.netzpiloten.de )

Lesetipps:

• Simon Sturm: Digitales Storytelling. Eine Einführung in neue Formen des Qualitätsjournalismus (Wiesbaden, 2013)

• Stefan Heijnk: Texten fürs Web. Planen, schreiben, multimedial erzählen (Heidelberg, 2011)

•  Jens Radüs fünf goldene Regeln für multimediales Erzählen.

Coming Soon: Im folgenden, zweiten Teil des Artikels Digitales Storytelling werde ich mich mit Tools, Apps und Software beschäftigen, die multimediale Reportagen und Dossiers bereichern oder sogar erst ermöglichen.

One comment

  1. Sämi Weber

    Wow. Was für ein Artikel. Da hat sich echt jemand Zeit genommen, das Thema seriös und umfassend abzuhandeln. Ich freue mich schon auf die nächsten Folgen.